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Vespa velutina trägt vermehrungsfähige Bienenviren

Die Asiatische Hornisse jagt nicht nur Bienen – eine neue portugiesische Studie zeigt, dass sie zentrale Bienenkrankheitserreger in vermehrungsfähiger Form in sich trägt.

Eine aktuelle Untersuchung ging der Frage nach, welche Rolle die eingeschleppte Asiatische Hornisse (Vespa velutina) im Krankheitsgeschehen unserer Honigbienen spielt. Analysiert wurden 534 Proben aus 38 Hornissennestern in Portugal – von Larven und Puppen über Arbeiterinnen bis hin zu einzelnen Königinnen.

Das Ergebnis ist bemerkenswert: In rund 70 Prozent der Proben wurde das Flügeldeformationsvirus (DWV) nachgewiesen, gefolgt vom Schwarzen Königinnenzellenvirus (BQCV), dem Darmparasiten Nosema ceranae sowie dem Chronischen Bienenparalysevirus (CBPV). Entscheidend dabei: Bei den Viren wurden auch Replikationsformen festgestellt. Die Erreger sind in der Hornisse also nicht nur vorhanden, sondern vermehren sich aktiv.

Was das bedeutet
Vespa velutina ist damit möglicherweise nicht nur Bienenjäger, sondern selbst Bestandteil des Infektionsgeschehens. Für unsere Belegstelle Offensee und die künstliche Besamung unterstreicht dieser Befund die Bedeutung einer konsequenten Virusdiagnostik des gesamten Zuchtmaterials. Sauberes, virusgeprüftes Zuchtmaterial bleibt die Grundlage gesunder Völker – gerade dort, wo mit künstlicher Besamung und an Belegstellen gearbeitet wird.

Einordnung: Was die Studie (noch) nicht beweist
Bei aller Brisanz ist Zurückhaltung geboten. Die Studie belegt noch nicht, dass Hornissen die Viren unter Freilandbedingungen auf Bienenvölker zurückübertragen. Auch eine vertikale Übertragung (von der Königin auf die Nachkommen) wurde – weil nur drei Königinnen untersucht werden konnten – lediglich als Möglichkeit beschrieben. Die Ergebnisse liefern also einen wichtigen Hinweis auf einen bislang unterschätzten Übertragungsweg, sind aber noch kein abschließender Nachweis.

Die Zahlen im Überblick: 534 Proben aus 38 Hornissennestern · DWV in rund 70 % der Proben · zusätzlich BQCV, Nosema ceranae und CBPV · nachweisbar bei Larven, Puppen, Arbeiterinnen und einzelnen Königinnen · aktive Replikationsformen festgestellt.

Quelle: Open-Access-Studie mit Abbildungen – Biological Invasions, 7. Juli 2026 (DOI 10.1007/s10530-026-03878-4).

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